/OZ/LOKAL/RIB vom 08.02.2011
Schüler erarbeiteten Dokumentation über Todesmarsch
(OZ) Ribnitz-Damgarten Begann die Evakuierung des
KZ-Außenlages Ravensbrück in Barth am 29. oder am 30. April? Wurde die
Passbrücke zwischen den beiden Städten Ribnitz und Damgarten tatsächlich
gesprengt oder waren nur die Vorbereitungen dafür getroffen worden? Wurden
tatsächlich 800 Häftlingsfrauen vor dem Erschießen auf dem Ribnitzer Markt
gerettet oder waren es 80 oder weniger? Und wer entwaffnete tatsächlich den
Wehrmachtsoffizier Brämer? War es ein Verwundeter aus dem Lazarett Graal-Müritz
oder ein Leutnant?

Zum Thema Räumung des KZ-Außenlagers Ravensbrück in Barth sind in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Erinnerungsberichte von Betroffenen Häftlingsfrauen und von Zeitzeugen aus der Bevölkerung verfasst und zahlreiche Artikel in Zeitungen veröffentlicht worden. Viele dieser Erinnerungsberichte befinden sich in den Stadtarchiven von Barth und Ribnitz-Damgarten. Etliche Berichte weichen voneinander ab, was angesichts der chaotischen Zustände in den letzten Tagen des Zweiten Krieges nicht verwunderlich ist. Unter Anleitung von Hannelore Rabe vom Verein Dokumentations- und Begegnungsstätte Barth haben Schüler der Bernstein-Schule und des Förderzentrums Ribnitz-Damgarten das Material aus den beiden Archiven gesichtet, aufgearbeitet und die Strecke des Todesmarsches dokumentiert. Die Ergebnisse ihrer Bemühungen sind in einem im Scheunen-Verlag Kückenshagen erschienenen Buch unter dem Titel „Über die Recknitzbrücke mussten sie alle“ veröffentlicht worden. Ein sehr empfehlenswertes Buch.
Das Buch „Über
die Recknitzbrücke mussten sie alle“
ist im Scheunenverlag Kückenshagen erschienn.
Bei allem persönlichen Engagement der Schüler, von Hannelore Rabe und des Verlages: Manchmal reicht das nicht, um ein solches Vorhaben auf den Weg zu bringen und abzuschließen. Es bedarf auch der Unterstützung von außen. Und deshalb soll hier erwähnt werden, dass sich für den Förderverein Dokumentations- und Begegnungsstätte Barth über den Lokalen Aktionsplan des Landkreises Nordvorpommern die Möglichkeit ergeben hatte, diese Dokumentation zum Thema Todesmarsch mit Schüler zu erarbeiten und dieses Buch herauszugeben.
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