„12 von 750 Jahren. Barth im Nationalsozialismus 1933 - 1945"

Der Titel dieser Ausstellung löste vielschichtige Reaktionen und Kommentare aus.
"Ist das nötig?
Lasst doch die Geschichte endlich ruhen
!“

"Muss man die Feiern zum 750. Jubiläum der Stadt mit dieser unrühmlichen Zeit belasten?"
 - "Es waren doch nur 12 Jahre von 750 Jahren!"

Ja es ist nötig ▬ ja man muss ▬ ja auch diese 12 Jahre gehören zur Geschichte dieser Stadt, der Boddenstadt, der Vineta-Stadt!

Auch in diesen 12 Jahren lebten in der Stadt Bäcker, Schuhmacher, Schmiede, Beamte, Lehrer, Krankenschwestern, Kohlenhändler, Fotografen, Ärzte, Hausfrauen, Pastoren, Arbeiter, Gärtner und, und, und .... .

Es wird behauptet, dass sich die Einwohnerzahl in dieser Zeit fast verdoppelte.

In dieser Zeit gab es

Ø      das Kriegsgefangenenlager Barth/Vogelsang Stalag Luft I,

Ø      die Luftwaffen-Lehrdivision,

Ø      die Feld-Flakartillerie-Schule (Mitte) 11,

Ø      das Munitionswerk „Pommersche Industrie-Werke GmbH (PIW)",

Ø      die Flugzeugwerke Ernst Heinkels, ("Müller-Werk") auf dem Fliegerhorst Barth.

In dieser Zeit (Juni 1938) wurde den europäischen Militärs „deutsche Überlegenheit“ demonstriert ▬ Ort war die „Taktische Erprobungsstelle Barth“.

Und es gab in dieser Zeit das KZ-Außenlager Barth-Ravensbrück.

Die ständige Ausstellung „12 von 750 Jahren.  Barth im Nationalsozialismus 1933 – 1945“ wurde am 1. Mai 2006 u. a. mit der Teilnahme ehemaliger Häftlinge und Kriegsgefangener, deren Kindern und Enkeln aus vielen europäischen Ländern, den USA, Kanada, Russland, Israel, der Ukraine eröffnet. Seitdem besuchten Gäste der Stadt, Schüler, Studenten, Reisegruppen und Interessierte aus fast allen Kontinenten vor allem aber die Barther selbst die Präsentation.

Fragen, Vergleiche, Diskussionen, Ergänzungen, Nachdenklichkeit ▬ kaum einer verlässt die Ausstellungsräume, wie er sie betreten hat. Vielen wird bewusst, dass auch dieser belastende Teil der Vergangenheit hinter dem Zaun des eigenen Schrebergartens beginnen kann, dass man Geschichte hier vor Ort erleben und sich mit ihr auseinandersetzen kann ▬ ja auseinandersetzen muss.

Vielleicht trägt unsere Ausstellung dazu bei, dass sich die Stadt Barth einmal selbstbewusst in die Reihe der Städte einreihen kann, die sich einer ehrlichen und sachlichen Aufarbeitung ihrer Geschichte stellen.

 

 

gez. Hannelore R a b e
(Vorsitzende)

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zur Ausstellungs-
Dokumentation

Anmerkung: Die Dokumentation zur Ausstellung dient lediglich zur Information.
                      Sie soll zum Besuch der "DOK" veranlassen!
                      Sie ist daher auch geschützt und kann daher auch nicht ausgedruckt werden.