Dokumentationsstätte lud zu Fallada-Vortrag ein

Dr. Stefan Knüppel sprach im Rahmen der Lehrerfortbildung im Barther Kulturhaus HdW.

»Jeder stirbt für sich allein« von Hans Fallada hat es auf Platz vier der Bestsellerliste im Spiegel geschafft. „Für einen immerhin 64 Jahre alten Roman alle Achtung“, so Dr. Stefan Knüppel, Leiter des Hans-Fallada-Museums in Carwitz in Mecklenburg-Vorpommern. In einem Vortrag sprach er über den Schriftsteller, über dessen Leben, Familie, Wirken und Romane. Die Dokumentations- und Begegnungsstätte Barth hatte im Rahmen ihrer Bildungsarbeit zu einer Lehrerfortbildung zu Fallada ins Kulturhaus HdW eingeladen. „Thematisch legen wir bei unserer Bildungsarbeit den Schwerpunkt natürlich auf die Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945. Insofern ist es uns, was Fallada betrifft, sehr wichtig, sein Wirken in dieser Zeit besonders zu betrachten“, sagte Christiane Schuldt von der Dokumentations- und Begegnungsstätte (DOK).

Schon verschiedene Themen, wie Kunst und Musik, waren unter diesem Blickwinkel Gegenstand der Bildungsarbeit in der DOK gewesen. „Für Fallada war die Zeit während des Dritten Reiches eine schwierige Zeit. Er blieb, obwohl schon alle Koffer gepackt waren, in Deutschland, emigrierte nicht, was einige deutsche Emigranten ihm übel nahmen. Allen voran auch Thomas Mann. Fallada hatte Angst davor, im Ausland nicht zurecht zu kommen“, so Dr. Knüppel. Für Fallada sei es daher mehr eine innere Emigration gewesen. Während der Nazizeit hielt er sich vor allem mit Autobiografien, Unterhaltungsliteratur und Kinderbüchern über Wasser. Selbst seien die Nazis sich auch nicht sicher gewesen, wie man mit ihm umgehen solle. „Ich denke, Fallada wird heute nach wie vor gern gelesen, da er über die sozialen Probleme der kleinen Leute schrieb, die immer noch aktuell sind. Selbst wenn sie heute durch die sozialen Sicherungssysteme etwas abgemildert sind“, so Dr. Knüppel. Fallada ist übrigens gar nicht so weit weg von Barth. Klaus Jörn, er schrieb das Drehbuch zur Verfilmung des Fallada-Romans »Wolf unter Wölfen«, stammt aus Barth.

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