Ljubljana – Barth – Ljubljana

 

2006 war es, als wir mit Ivanka Spat, Marta Vulic und Matjas Spat in Ribnitz auf der Langen Straße standen. „Hier war es, hier haben wir gewohnt, im HotelSonne“, damals 1945“ „Ja, hier ging der Todesmarsch zu Ende, hier erlebten wir die ersten Stunden in Freiheit.“

Sie waren nach Barth gekommen, die ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers Ravensbrück und des Außenlagers Barth. Und sie erinnern sich. Ivankas Sohn Matjas, Frau Fehling (die Archivarin) und Hannelore Rabe vom Förderverein DOK-Barth nehmen erstaunt das Temperament der beiden Frauen wahr. Heute sind sie über achtzig Jahre alt, damals waren sie siebzehn. Sie hatten wie viele Slowenen die Partisanen unterstützt, gehörten zu ihnen, kämpften für die Befreiung ihrer Heimat von den deutschen Faschisten. Sie wurden denunziert, nach Deutschland transportiert und kamen in die Konzentrationslager. Hier endete ihre Jugend.

Nach dem Krieg wurden sie in ihrer Heimat geehrt, nach dem Bürgerkrieg in Jugoslawien warf man ihnen vor, sie hätten mit ihrem Widerstand bei den Partisanen die Deutschen verärgert. Die so etwas behaupten, wollten sich als Vasallen von Österreich sehen, die alte Monarchie wiederhaben. Doch die Überlebenden aus den KZ haben nie aufgehört, vor allem junge Menschen über die wahre Geschichte ihrer Heimat aufzuklären. Und so kämpfen Ivanka, Marta, Stanka, Rapa und die anderen noch heute in der antifaschistischen Opferorganisation Sloweniens.

Wie schon lange versprochen, fuhren Hannelore und Uli Rabe von der DOK-Barth im Oktober 2010 zum Gegenbesuch nach Ljubljana. Über Passau, Salzburg durch die wunderschöne goldbraune Herbstlandschaft vor den nun schon beschneiten Bergen.

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Das Treffen mit den „alten Damen“ gehörte zu den schönsten, bewegten Stunden. Doch von wegen „alte Damen!“ – Elegant, gepflegt, voller Energie und Ausdauer wurden Erinnerungen ausgetauscht, wurde berichtet, wie sie damals 1945 zurück in die Heimat kamen, wie sie sich als junge Mädchen von den SS-Leuten gedemütigt fühlten und trotzdem standhaft blieben.

Sicher sind viele seelische Wunden nie verheilt, aber wenn sie alle Jahre im April/Mai zu den internationalen Treffen nach Ravensbrück kommen, schwören sie sich gegenseitig „Nie wieder!“ Und so sind sie glücklich, Verbündete in anderen Ländern, auch in Deutschland zu finden, die das gleiche Ziel haben. Menschen, die das ihnen noch Mögliche tun, nachfolgenden Generationen zu berichten, wie es wirklich war im faschistischen Deutschland und ihnen damit die Verantwortung für eine friedliche Zukunft übertragen. 

Und deshalb lassen sie durch uns alle Mitglieder des Fördervereines Dokumentations – und Begegnungsstätte Barth e. V. grüßen und ihnen auch im Namen ihrer Organisation ZVEZA-Koordinierungsausschuss der slowenischen Kriegsopfer, Lagerausschuss Ravensbrück – danken.

Hannelore   R a b e