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Holy Day \ Bar Mitzvah - Walking with the Torah

Häufig wird dieses Gebet vor dem geöffneten Thoraschrein gesprochen, während die Eltern bzw. die Personen, die das Kind erzogen haben, neben ihm stehen. In einigen Synagogen gibt es eine Zeremonie für den Vater, der dem Kind eine Thorarolle übergibt um zu symbolisieren, wie die Tradition von der einen Generation zur nächsten übergeben wird. Der Rabbiner nimmt in seiner Predigt auf die Bedeutung dieses Anlasses Bezug und auf die Herausforderungen, vor denen die betreffende Person nun steht. Oft folgt ein besonderer Lobspruch, den der Rabbiner spricht. Der Lobspruch des Vaters in orthodoxen Synagogen – "Gepriesen sei Er, der mich von meiner Verantwortung für dieses Kind befreit hat" – wird nicht gesagt, denn man weiß heute, dass ein dreizehnjähriges Kind nach wie vor sehr von seinen Eltern abhängig ist und sein Reifeprozess gerade erst beginnt. Nach dem Gottesdienst richtet die Familie gewöhnlich einen Kiddusch für die ganze Gemeinde aus. Üppige Feiern werden jedoch abgelehnt, um keinen Unterschied nicht zwischen reichen und armen Familien entstehen zu lassen.
Verwandte und Freunde haben Geschenke für den Jungen bzw. das Mädchen. Es wird nahegelegt, Geschenke mit einer jüdischen Bedeutung zu geben, die zum Anlass passen, zum Beispiel einen jüdischen Ritualgegenstand, ein jüdisches Buch oder eine Urkunde über einen im Namen des Kindes in Israel gepflanzten Baum. Viele Familien werden anschließend eine private Feier haben. Es ist angemessen, sich über diese besondere Gelegenheit zu freuen. Dennoch sollte die Feier nicht von einem solchen Ausmaß sein, dass sie die eigentliche Bar/Bat-Mitzwa-Zeremonie überschattet. Außerdem sollten Eltern nicht den Fehler begehen, mehr Zeit für die Planung der äußeren Organisation aufzubringen, als sie ihrem Kind beim Lernen für die Bar/Bat-Mitzwa-Zeremonie helfen. Viele Rabbiner ermutigen die betroffenen Familien, ihre Freude mit denen zu teilen, die weniger glücklich sind als sie und einen Prozentsatz der Kosten ihrer Feier (und vielleicht der erhaltenen Geldspenden) für wohltätige Zwecke zu spenden. Wenn der Jugendliche bei der Entscheidung über die Höhe der Spende und den Zweck miteinbezogen wird, bekommt die Handlung einen hohen didaktischen Wert. Sie veranschaulicht die Bedeutung der Wohltätigkeit und die neue Verantwortung, die der Jugendliche nun trägt.
Voraussetzung für eine Bar/Bat-Mitzwa ist, dass die Jugendlichen am Religionsunterricht teilgenommen und ein grundlegendes Verständnis über ihr jüdisches Erbe erworben haben. Daneben ist das Vertrautsein mit den Synagogengottesdiensten unerlässlich. Wenn ein solches Wissen fehlt, kann die Zeremonie aufgeschoben werden, bis der oder die Betreffende ein größeres Verständnis des Judentums erworben hat. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn Kinder erst kurz vor ihrem dreizehnten Geburtstag beginnen, den Religionsunterricht zu besuchen. In diesem Fall fordern einige progressive Synagogen eine Mindeststudienzeit von zwei Jahren, bevor die Bar/Bat-Mitzwa stattfinden kann. Für behinderte Kinder werden oft besondere Regelungen getroffen, so dass es auch ihnen möglich ist, eine Bar/Bat-Mitzwa-Zeremonie zu bekommen, auch wenn sie nicht alle sonst üblichen Erfordernisse erfüllen können. Die Angebote, die nach der Bar/Bat-Mitzwa folgen, sind ebenso wichtig. Progressive Synagogen haben deshalb Post-Bar/Bat-Mitzwa Klassen, in denen die Jugendlichen ermutigt werden, ihre offizielle jüdische Ausbildung für mindestens zwei weitere Jahre fortzusetzen. Zusätzliche Möglichkeiten, Jugendliche in das Gemeindeleben zu integrieren, bieten die Hohen Feiertage. Man kann die Teenager für eine Mitzwa vorsehen. Auch kann man sie bitten, ihren Thora-Abschnitt erneut zu lesen, wenn er in den nächsten Jahren wieder an die Reihe kommt. Alle progressiven Gemeinden teilen die Auffassung, dass das jüdische Lernen und jüdische Leben eine lebenslange Aufgabe ist. Die Bar/Bat-Mitzwa-Zeremonie, die manchmal irrtümlich als das Ende der jüdischen Ausbildung eines Menschen angesehen wird, ist letztlich nur der Anfang eines anderen Stadiums in der jüdischen Entwicklung einer Person.

 

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